Die Betreuungsformen

1. Familienergänzende Betreuungsangebote sind ...

Die Kinderkrippe

Kinderkrippen sind Betreuungseinrichtungen für Kinder im Vorschulalter. Die Öffnungszeiten sind fix geregelt: Die Betreuung erfolgt an Werktagen von ca. 06.45 bis 19.45 Uhr. Einige Krippen sind während 2-3 Wochen im Jahr geschlossen (Betriebsferien), viele sind jedoch ganzjährig geöffnet: s. dazu die Tabelle mit Angaben über Tarife, Öffnungszeiten etc. in Bündner Krippen.
In einer Kinderkrippe werden die Kinder in der Regel in Gruppen von ca. 12 Kindern altersdurchmischt betreut. Die Kinder werden tage- oder halbtageweise betreut und erhalten Mittagessen und Zwischenmahlzeiten.

Die Kindertagesstätten (Kita)

Der Begriff wird in Graubünden für verschiedene Einrichtungen verwendet: Einige Kitas sind Krippen, andere eher Schülerhorte.

Schulergänzende Kitas bieten Mittags- und Nachmittagsbetreuung für Schulkinder an. Sie werden in Graubünden als weiter gehende Tagesstrukturen bezeichnet. Trägerschaften sind oft (Schul)Gemeinden. Die Kinder werden tage-, halbtage- oder stundenweise betreut, gefördert und in ihren Freizeitaktivitäten unterstützt. Nähere Auskünfte erteilen die Schulträgerschaften oder Gemeinden.

Die Tagesfamilie

Eine Tagesfamilie betreut eines oder mehrere Kinder einer anderen Familie tags- oder nachtsüber bei sich zu Hause. Meist haben die Tagesfamilien zusätzlich eigene Kinder. Es werden Kinder jeder Altersstufe betreut. Die Betreuungszeit ist an keine Öffnungszeiten gebunden, sie ist daher flexibel und kann auf die Arbeitszeiten der Eltern abgestimmt werden. Viele Tagesfamilien werden durch Tagesfamilienvereine vermittelt. Die Eltern und Tageseltern sind darin in einer einheitlichen Organisationsstruktur mit einheitlichen finanziellen Regelungen und fachlicher Unterstützung eingebettet. Begleitung, Aus- und Weiterbildung, Inkasso, Lohnzahlungen, Versicherungsschutz (AHV, Unfall, Haftpflicht) wird durch die Vermittlungsstellen geregelt.

Die Kinderbetreuerin

Kinderbetreuerinnen können privat von den Familien angestellt werden. Die Betreuerin kommt zu den vereinbarten Zeiten in den Familienhaushalt. Die Kinder können zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und die Schule/den Kindergarten besuchen. Die Betreuungszeiten und Aufgaben (Kinderbetreuung, ev. Hausarbeiten) werden in einem Anstellungsvertrag geregelt.

Die Beratungsstelle des Vereins KJBE vermittelt auch organisierte Kinderbetreuerinnen. Diese sind Angestellte des Vereins, der ihren Lohn bezahlt, Versicherungsschutz bietet und das Inkasso bei den Eltern besorgt.

Der Mittagstisch

Mittagstische sind Betreuungseinrichtungen, die sich in erster Linie an Schulkinder wenden. Die Öffnungszeiten sind sehr unterschiedlich. Sie variieren zwischen ein bis vier Mal pro Woche. Die Kinder werden während der Mittagspause, zusätzlich eventuell vor und nach der Schule betreut. Über den Mittag werden sie mit einer ausgewogenen, kindergerechten Mahlzeit verpflegt. Die Kinder können zudem spielen und/oder Hausaufgaben erledigen. Die Trägerschaften dieser Mittagstische sind z.T. Schulbehörden, aber auch Privatpersonen bieten sie an. (s. auch oben unter Kitas)

2. Besondere Formen der Kinderbetreuung sind ...

Die Pflegefamilie

Eine Pflegefamilie ist eine Familie, die ein fremdes oder verwandtes Kind mit oder ohne Entgelt während der Woche oder dauernd zur Pflege und Erziehung bei sich hat. Wer ein Pflegekind bei sich aufnehmen möchte, muss vorerst beim Kantonalen Sozialamt Graubünden um eine Bewilligung nachsuchen. Um abzuklären, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, besucht eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter die zukünftige Pflegefamilie und führt mit dieser ausführliche Gespräche über soziale Anforderungen, persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten, Motivationen und Wünsche.

Die SOS-Pflegefamilie

Diese Pflegefamilie ist speziell darauf vorbereitet, um Kinder und Jugendliche in schwierigen Situationen (akute Erkrankung oder Krise der Erziehungsberechtigten, Kindsmissbrauch, Gefahr der Entführung usw.) sofort bei sich aufzunehmen und sie während einer gewissen Zeit (während höchstens drei Monaten) zu betreuen, bis eine definitive Lösung gefunden worden ist.

Weitere Auskünfte erteilen:             Kantonales Sozialamt GR                 KESB GR 

 

3. Weitere Formen der Kinderbetreuung sind ...

Der Babysitter

Das Rote Kreuz Graubünden bietet neu eine Babysitting-Vermittlungsplattform an. Auf der kostenlosen Vermittlungsplattform im Internet können Eltern Babysitter/-innen suchen und Babysitter/-innen, den den SRK-Kurs besucht haben, ihre Dienste anbieten.

Wichtig: nach der Registration bleiben Babysitter/-innen anonym auf der Plattform. Suchende Eltern sehen lediglich Wohnort, Alter und Geschlecht. Babysitter/-innen hingegen sehen bei einer Anfrage die vollständige Adresse der suchenden Eltern. Bei minderjährigen Babysitter/-innen geht bei jeder Anfrage gleichzeitig eine Mail an die Eltern zur Info.

Weitere Informationen und Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder babysitter.srk-gr.ch.

Zahlreiche private Angebote finden Sie auch unter: www.babysitting24.ch

 

Das Au Pair

Au Pairs sind in der Regel junge Frauen, die mit einer Ausbildungsabsicht (Sprache, Berufsvorbereitung, Haushalt) in das Gastland reisen. Sie wohnen im Hause der Gasteltern mit und betreuen – nebst dem Besuch einer Schule – teilzeitlich deren Kinder. Nähere Auskünfte erteilt:

Pro Filia
Fontanastrasse 16
7000 Chur
Tel. 081 252 93 33
www.profilia.ch

Das Leihnani

Leihnanis sind Frauen, die sich anbieten, als „Leihgrossmutter“ ins Haus einer Familie zu gehen und die Kinder zu hüten, wenn deren Eltern abwesend sind. Sie erhalten pro Stunde Fr. 8.- bis 15.- plus Spesen vergütet.
Weitere Auskünfte erteilen:

Compogna GR
www.compogna.ch

Die Spielgruppen

Spielgruppen wenden sich an Kinder ab ca. 2 Jahren bis zum Kindergartenalter. Die Kinder werden in konstanten Gruppen von 6 bis 10 Kindern aufgenommen und durch erfahrene, ausgebildete SpielgruppenleiterInnen betreut. Spielgruppen sind keine Einrichtungen der Kinderbetreuung. Im Zentrum aller Aktivitäten steht das gemeinsame Tun: singen, malen, spielen, lärmen, Geschichten hören und anderes mehr.